Museum Kurhaus / Kleve

Ewald Mataré Sammlung


Großzügige Schenkung von Jannis Kounellis an das Museum Kurhaus Kleve

Von September 2011 bis Januar 2012 zeigte das Museum Kurhaus Kleve eine umfangreiche Ausstellung von Jannis Kounellis. Ihr Schwerpunkt lag auf der neuesten Werkgruppe des berühmten Arte povera-Künstlers: großformatige Arbeiten aus den Jahren 2010-11, die Abrücke von Mänteln oder Mantelstücken zeigen, hergestellt mit Teer auf Leinwand und Stahlplatten und in immer neue rhythmische Abfolgen gebracht.

Die Ausstellung insgesamt glich einem großen Traktat über Anwesenheit und Abwesenheit, mit dem Mantel – dem wichtigsten Symbol körperlicher Gegenwart und körperlicher Aktivität in Kounellis’ Kunst seit rund 40 Jahren – als dem zentralen Element.

Ergänzend zu den neuen Arbeiten mit Teer realisierte Jannis Kounellis vor Ort und eigens für die Räume des Museum Kurhaus Kleve mehrere spektakuläre Installationen, die seinen intensiven Dialog mit dem Ort und seinen Besonderheiten bezeugten. Die schönste dieser Installationen hat der Künstler dem Museum nach dem Ende der Ausstellung zum Zeichen seiner Verbundenheit als Schenkung überlassen.

Die Arbeit besteht aus zwölf schweren Mänteln klassischen Schnitts, die – wie an einer Garderobe – an zwei massiven Doppel-T-Trägern aufgehängt sind, und zwar an der Wand hinter der Skulptur der Minerva von Artus Quellinus d.Ä. Die dunklen Mäntel und der weiße Marmor der Minerva, der gebildhauerte Faltenwurf des fiktiven Gewands der klassischen Figur und der durch sein eigenes Gewicht bedingte Faltenwurf des realen Stoffs, die Gegenwart und die Vergangenheit treten in einen faszinierenden und ganz und gar einzigartigen Dialog.

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Jannis Kounellis, Ohne Titel, 2011, Installation im Museum Kurhaus Kleve
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