Museum Kurhaus / Kleve

Ewald Mataré Sammlung


Studio-Ausstellung „Helmut Hahn“, 08.05. - 03.07.2011

Der niederrheinische Künstler Helmut Hahn ist dem Museum Kurhaus Kleve seit einigen Jahren eng verbunden. Seit 2006 hat er ihm in Gestalt einer Folge großzügiger Schenkungen an dessen Freundeskreis sein zeichnerisches und malerisches Spätwerk übergeben. Es handelt sich um insgesamt fast 600 Arbeiten: Malereien auf Leinwand, Holz und Papier ebenso wie Zeichnungen, Papierschnitte, Photographien und Objektkästen. Die Mehrzahl ist seit 2000 entstanden, einzelne Werke schlagen aber auch den Bogen zurück in die 1980er Jahre. Anhand einer konzentrierten Auswahl von rund 60 Arbeiten werden diese Schenkungen jetzt in einer Studio-Ausstellung erstmals exemplarisch vorgestellt.

Helmut Hahn wurde 1928 in Mönchengladbach geboren; er lebt und arbeitet in Neersbroich. Nach dem Studium an der Werkkunstschule Krefeld und der Kunstakademie Düsseldorf arbeitete er als Gestalter und Photograph. Von 1970 bis 1989 wirkte er als Professor für Textildesign an der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld. Hahns Werk, das der konkreten Kunst zuzuordnen ist, wird gekennzeichnet von äußerster Präzision und einem unbedingten Willen zu Einfachheit und Klarheit. Seine Mittel sind die elementaren Mittel aller Kunst: Linie, Farbe und Fläche. Die Formate, die er verwendet, sind zumeist intim und fordern auf zu naher und eingehender Betrachtung. Die in der Ausstellung des Museum Kurhaus Kleve zu sehenden Arbeiten stammen aus dem Zeitraum 2001 bis 2010.

Die Kunst von Helmut Hahn hat viele Facetten. Erste Anerkennung erhielt er mit seinen Photographien, denen schon 1953 eine Einzelausstellung gewidmet wurde. 1964 wurde er zu einem von drei offiziellen Photographen der documenta 3 in Kassel berufen. Andererseits zogen auch Helmut Hahns kunsthandwerkliche Arbeiten früh Aufmerksamkeit auf sich, etwa die Entwürfe für rapportlose Tapeten, die er 1955/56 als Assistent von Gerhard Kadow an der Werkkunstschule Krefeld schuf. Mit einem textilen Druckmusterentwurf gewann er 1957 den zweiten Preis der Triennale von Mailand. Seit er 1970 als Dozent für Textildesign an der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld tätig wurde, trat die Arbeit mit textilen Materialien in den Vordergrund und blieb bestimmend für die öffentliche Wahrnehmung seines Schaffens bis in die frühen neunziger Jahre. Einen Höhepunkt bildete dabei 1985 die Auszeichnung mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen für den großformatigen Wandbehang „Schwarzes Tabernakel – siebenmal Asche sein – das Gewand“ (1984).

Begleitet wurde Hahns Schaffen stets von Arbeiten auf Papier, Zeichnungen wie Malereien. Sie dienten ihm nicht nur als Vorstudien, sondern sind vielfach auch künstlerisch vollkommen eigenständig. Insbesondere in Helmut Hahns Spätwerk, wie es nun ausschnittweise im Museum Kurhaus Kleve zu sehen ist, spielen Arbeiten auf Papier eine wichtige Rolle.

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Helmut Hahn, Ohne Titel, 2010
Helmut Hahn, Sinfonia, 2009-2010
Helmut Hahn, Horizont, 2004
Helmut Hahn, Ohne Titel, 2007-08
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