Museum Kurhaus / Kleve

Ewald Mataré Sammlung


On Interchange–Zwischenspiele einer Sammlung, Ausstellung Museum Kurhaus Kleve 27.01.-30.03.08

Wie gehen Künstler von heute mit historisch gewordenen Werken um, die eigenen Regeln gehorchen und jeweils spezifische Kontexte haben? Welche Bedeutung besitzen und welche Angriffsflächen bieten Geschichte und Überlieferung für die zeitgenössische Kunst? Die Ausstellung „On Interchange – Zwischenspiele einer Sammlung“ geht diesen Fragen nach.

Sie zeigt neue, eigens aus diesem Anlass geschaffene Arbeiten von Thea Djordjadze, Scott Myles, Silke Schatz und Nora Schultz, die einen intensiven Dialog mit der Sammlung des Museum Kurhaus Kleve eingehen – einer Sammlung, die einen Zeitraum von rund 700 Jahren, vom Mittelalter bis zur Gegenwart, umspannt und Werke aller Gattungen enthält: Malerei, Skulptur und Graphik ebenso wie Kunsthandwerk. Für alle vier Künstler ist die Auseinandersetzung mit historischen Bezügen fundamental:

Thea Djordjadze (geboren 1971 in Tbilisi, Georgien) rekonstruiert in ihren Arbeiten Szenen historischen Erinnerns. Sie nimmt Figuren, Gegenstände und deren Erzählungen aus der Kulturgeschichte zum Anlass für ihre poetischen und atmosphärisch wirkenden Räume.

Scott Myles (geboren 1975 in Dundee, Schottland) reflektiert aus analytischer Distanz die jüngere Kunstgeschichte und ihre Referenzen: etwa die Relevanz gesellschaftlicher Werte und die Erfahrung des Künstlers sowie des Betrachters. Gelöst vom historischen Kontext, behaupten sich seine Skulpturen, Installationen und Offsetdrucke durch die Verwendung von Industriematerialien oder gefundenen Objekten in der Gegenwart.

In den Arbeiten von Silke Schatz (geboren 1967 in Celle) spielt die eigene, erlebte oder die tradierte Geschichte eine zentrale Rolle. Das Medium Zeichnung wird ihr zum Mittel und zur Topographie subjektiver wie kollektiver Erzählung, in der Auseinandersetzung mit persönlichen und politischen Vorstellungen sowie den Schicksalen anderer.

Die Installationen von Nora Schultz (geboren 1975 in Frankfurt a. M.) bestehen aus gefundenen Materialen, Photographien und filigranen Skulpturen. Sie wirken mit leisen Gesten, hinter denen sich ebenfalls deutliche Stellungnahmen zu politischen und gesellschaftlichen Themen, wie auch langwierige Recherchen über literarische und künstlerische Geschichtsfiguren verbergen. Ihre Installationen begleitet sie häufig mit Performances und Künstlerpublikationen.

Die Ausstellung ist ein <gap> Projekt und wird kuratiert von Regina Barunke und Lilian Haberer. Es erscheint ein Katalog.

Die Ausstellung wird gefördert durch den British Council (www.britishcouncil.org).

„On Interchange - Zwischenspiele einer Sammlung“ ist ein Projekt der deutsch-niederländischen Kuratorenplattform <gap>, Schloss Ringenberg/Hamminkeln. <gap> kooperiert temporär mit einzelnen Kulturinstitutionen beidseits der Grenze, um abhängig von den individuellen Bedarfslagen der Gastgeber modellhaft Künstler, Ausstellungsmacher und Publikum in einen produktiven Austausch zu bringen. <gap> wird gefördert durch die Euregio Rijn-Waal, Provincie Gelderland, Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes NRW, Kunststiftung NRW, Ministerie von Onderwijs/Cultuur en Wetenschap, Ministerpräsident des Landes NRW.

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Scott Myles, Das ungleiche Paar (EVOL), 2008, Installationsansicht Museum Kurhaus Kleve (Photo: Dejan Saric, Düsseldorf)
Silke Schatz, Horizont, 2008, Installationsansicht Museum Kurhaus Kleve (Photo: Dejan Saric, Düsseldorf)
Nora Schultz, Dear Parrot, 2008, Installationsansicht Museum Kurhaus Kleve (Photo: Dejan Saric, Düsseldorf)
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