Museum Kurhaus / Kleve

Ewald Mataré Sammlung




Katalog

Hendrick Goltzius und Pia Fries
Proteus und Polymorphia


36,– €

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300 Seiten im Format 305 x 198 cm
Hardcover
ca. 280 Abbildungen in Farbe und in Schwarzweiß
Schriftenreihe Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung Nr. 77
Erscheinungsjahr 2017
ISBN 978-3-934935-86-0
(34,- € für Mitglieder des Freundeskreises) 

Hrsg. v. Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. aus Anlass der gleichnamigen Ausstellung im Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung (08.10.2017-11.02.2018)

Vorwort von Harald Kunde und Textbeiträge von Valentina Vlašić („Hendrick Goltzius und Pia Fries“), Eva-Maria Willemsen („Hendrick Goltzius, Kupferstecher, Zeichner, Maler, Holzschneider und Graphikverleger“), Deborah Bürgel („Nachahmung und Wettstreit - Zu den Kupferstichen von Hendrick Goltzius“), Veronika Hebben („Proteus der Kunst: Vom Spranger- und Knollenstil zu den italienisch beeinflussten Meisterstichen“), Guido de Werd („Wie Hendrick Goltzius und sein Urgroßvater nach Kleve kamen. Zum Erwerb der Niederrhein-Sammlung des Rheinberger Notars Robert Angerhausen“) und Ory Dessau („Alternative Formen der Geschichte: Zur Malerei von Pia Fries“) sowie ca. 280 Verzeichnistexte von Valentina Vlašić, Sophie Lara Becker und Karlijn Smidt

Zum ersten Mal überhaupt stehen sich in vorliegendem Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung (-> weitere Infos zur Ausstellung siehe hier) die künstlerischen Positionen von Hendrick Goltzius (1558-1617) und Pia Fries (*1955) gegenüber, die sich inhaltlich sinnreich ergänzen.

Das im Museum Kurhaus Kleve befindliche, umfassende Konvolut von ca. 200 Kupferstichen von Hendrick Goltzius aus der Sammlung Robert Angerhausen wird zum ersten Mal seit 35 Jahren nahezu vollumfänglich präsentiert und durch Leihgaben aus dem Museum Kunstpalast Düsseldorf, dem Teylers Museum Haarlem, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, dem Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte e.V. Kevelaer, dem Städtischen Museum Schloss Rheydt Mönchengladbach und dem Staatlichen Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow ergänzt ausgestellt. Zu sehen ist ein umfassender Einblick in das künstlerische Universum des niederrheinisch-niederländischen Manieristen und Meisters des Kupferstichs. Ausführlich abgebildet und beschrieben sind folgende Kapitel:

1. Altes und Neues Testament, Apostel und Heilige
2. Christliche und profane Allegorien
3. Mythologie und antike Historie
4. Porträts
5. Soldatenporträts

Pia Fries knüpft inhaltlich sinnreich an das Werk von Hendrick Goltzius an und überträgt es in die heutige Zeit. Seit 2010 beschäftigt sich Pia Fries mit Fragmenten aus den Kupferstichen von Goltzius. Eingangs widmete sie sich seinem ikonischen „Fahnenschwinger“ (1587), der geradezu stolzierenden Figur eines jungen Fahnenträgers an der Front einer Armee, dessen wallende Fahne – ein Erkennungszeichen in einer Schlacht, das nicht vom Feind erobert werden durfte – mehr als zwei Drittel des Bildes einnimmt. Jüngst liegt ihr Fokus auf den „Himmelstürmern“ (1588), einer Serie von vier Kupferstichen mit den mythologischen Gestalten Tantalus, Ikarus, Phaethon und Ixion, die bei Goltzius in einer Momentaufnahme des Fallens im taumelnden Kampf gegen die Erdanziehung dargestellt sind. Alle damit einhergehenden Assoziationen – Verlust, Schmerz oder Tod, aber auch Freie, Leichtigkeit oder Unabhängigkeit – potenziert sie mit den Mitteln ihrer Malerei. Alt und neu gehen in ihren Bildern eine produktive Verbindung ein, sie katapultieren alte Bestände schlagartig in eine neue, moderne Sehweise voll malerischem Furor, hoher Farbkraft und radikalem Ausdruck. Pia Fries widmet sich Aspekten wie der Schraffur der Kupferstiche, dem Rhythmus der Bilder, der Anatomie der Körper oder dem Ausbruch starker Emotionen – wie etwa der Angst der Dargestellten im Moment des Fallens. Sie entwickelt ihre Bilder aus den Farben, aus den Linien und aus den Gegebenheiten. Abbildhaftes rigoros ausklammernd, schafft sie intensive Farbkörper und Linienstränge, die aus dem Bild heraus- oder in das Bild hineinführen, und visualisiert Kräfte, die nach innen oder außen drängen.

Ergänzt wird der Katalog durch einen reichen Anhangteil mit Künstlerbiographien, Titelverzeichnis und Bibliographie.  

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